Wussten Sie, dass etwa ein Drittel der über 65-Jährigen mindestens einmal im Jahr stürzt? Das ist nicht nur Statistik; Stürze sind der Auslöser für viele Klinikaufenthalte und den Verlust von Selbstständigkeit. Zum Glück lässt sich das Risiko mit wenig Aufwand erheblich reduzieren — ohne das Gefühl zu haben, Ihr Zuhause in eine Klinik zu verwandeln.
Warum Stürze im Haushalt so gefährlich sind
Mit dem Alter nehmen Gleichgewicht, Muskelkraft und Reaktionsgeschwindigkeit ab. Kleine Stolperfallen — ein Teppich, eine nasse Stelle, ein ungleiches Stufenprofil — genügen, und die Folgen können groß sein. Besonders Hüft- und Handgelenksfrakturen sind häufig und langwierig in der Heilung.
Vorbereitung: Putzen planen statt improvisieren
Putzen sollte kein Sprint werden. Teilen Sie Aufgaben in kleinere Einheiten und planen Sie Pausen ein. Ein realistischer Plan reduziert Hektik und riskante Bewegungen.

- Arbeiten Sie in Zeitfenstern von 20–30 Minuten.
- Stellen Sie das Material griffbereit in einer tragbaren Box auf Hüfthöhe.
- Vermeiden Sie Ausrutschen: Türen schließen, Tiere kurz wegsperren, Böden markieren, die nass sind.
Konkrete Sicherheitsmaßnahmen — sofort umsetzbar
Hier sind Tricks, die ich in vielen Haushalten empfohlen habe und die wirklich helfen.
- Nie auf einen Stuhl steigen. Nutzen Sie eine stabile Trittleiter mit Haltebügel (z. B. im Obi, Hornbach, Bauhaus erhältlich).
- Anti-Rutsch — dünne Gummimatten in Bad und Küche, rutschfeste Socken oder Hausschuhe mit Profil.
- Kabelmanagement: Kabel entlang der Wand oder mit Kabelkanälen befestigen, lose Kabel sind häufige Stolperfallen.
- Rutschstreifen auf Treppen anbringen — kostengünstig und sehr effektiv.
- Beleuchtung optimieren: Bewegungsmelder im Flur, helle Lampen über Arbeitsflächen, Nachtlicht neben dem Bett.
Hilfsmittel und kleine Umbauten
Manchmal braucht es mehr als gesunden Menschenverstand. Einige kleine Investitionen zahlen sich aus.
- Haltegriffe an Dusche und WC — Beratung im Sanitätshaus zahlt sich aus.
- Duschstuhl und Handbrause mit Verlängerung — sicherer und entspannter.
- Höhergelegte Sitzflächen für WC und Stühle — erleichtern Aufstehen.
- Rutschfeste Beschichtungen oder Profile für glatte Böden.

Balance, Kraft und Gewohnheit
Vorbeugen heißt trainieren. Kleines Programm, große Wirkung:
- Einbeinstand an der Küche oder am Stuhl (30–60 Sekunden, 2–3x täglich).
- Kraftübungen für Beine mit dem eigenen Gewicht (Sit-to-Stand: Aufstehen und Hinsetzen ohne Hände).
- Gelenkfreundliche Spaziergänge oder Kurse in der Volkshochschule/VHS — viele Krankenkassen bezuschussen Sturzpräventionskurse.
Praxisbeispiel
Frau M. aus Berlin fing an, beim Putzen eine kleine Trittleiter mit Haltegriff zu verwenden, schaffte sich rutschfeste Hausschuhe an und verteilte Putzaufgaben auf drei Tage statt einen Marathon. Ergebnis: weniger Müdigkeit, weniger riskante Bewegungen und eine spürbar geringere Angst vor Stürzen.
Kurze Checkliste fürs nächste Mal
- Material griffbereit auf Hüfthöhe
- Rutschfeste Schuhe/Socken an
- Nasse Stellen markieren/vermeiden
- Stufen, Kabel, Teppiche prüfen
- Bei Bedarf Hilfsmittel nutzen oder Hilfe anfordern
Sie müssen nicht alles sofort ändern. Probieren Sie einen Tipp nach dem anderen und behalten Sie, was Ihnen Sicherheit und Selbstständigkeit zurückgibt. Wenn Sie möchten, teilen Sie Ihre Erfahrungen: Welche Tricks haben bei Ihnen geholfen? Oder welche Fragen bleiben offen — ich antworte gern.









