„Katzen sind von Natur aus sauber“ — das hören Sie überall. Doch ein Tierarzt, mit dem ich kürzlich im Kiez gesprochen habe, hat diesen Satz glatt entzaubert. Die Wahrheit ist nuancierter: Katzen pflegen sich zwar intensiv, aber das heißt nicht, dass sie hygienisch einwandfrei oder völlig unabhängig von unserer Hilfe sind. Was Sie wissen müssen, damit Ihre Katze wirklich gesund bleibt — und Ihre Wohnung ebenfalls.
Der Mythos in zwei Sätzen
Viele denken: Katze leckt sich, also ist alles gut. Das ist eine Vereinfachung. Selbst die gründlichste Pflege kann Probleme überdecken — von Parasiten über Zahnprobleme bis hin zu vernachlässigter Fellpflege bei Senioren oder Langhaarrassen.
Was der Tierarzt tatsächlich sagt
Der Tierarzt im Münchner Stadtteil, bei dem ich regelmäßig meine Tiere vorbeibringe, betonte: Auffälligkeiten beim Putzen sind oft das erste Signal für Krankheit. Eine Katze, die aufhört zu putzen, hat häufig Schmerzen, Übergewicht oder Zahnprobleme. Umgekehrt kann exzessives Putzen auf Hautreizungen, Allergien oder Stress hindeuten.

Wichtigste Fakten, kurz und knackig
- Katzen reinigen sich selbst, nehmen dabei aber auch Schmutz, Parasiten und Bakterien auf.
- Langes Fell verfilzt, wenn Sie nicht regelmäßig bürsten — das führt zu Hautproblemen und Haarballen.
- Zahnprobleme sind bei Katzen sehr verbreitet und beeinflussen Pflegeverhalten und Allgemeinzustand.
- Spezielle Situationen (ältere Tiere, kranke Tiere, stark verschmutzte Tiere) brauchen menschliche Hilfe.
Praktische Pflegetipps, die wirklich helfen
Sie brauchen keine Profi-Ausrüstung. Ein verlässliches Basisprogramm genügt:
- Tägliches Kontroll-Ritual: Augen, Ohren, Zähne und Fell kurz ansehen — ein Habit, das Krankheiten früh auffängt.
- Bürsten: Kurzhaar 2–3× pro Woche, Langhaar täglich. Das reduziert Haarballen und verhindert Verfilzungen.
- Zähne: Gewöhnen Sie Ihre Katze an Zahnreinigungstücher oder -paste. Eine Untersuchung beim Tierarzt jährlich ist empfehlenswert.
- Fellbäder: Nur wenn nötig. Bei stark verschmutzten oder öligem Fell lieber professionelle Hilfe (Groomer) oder spezielles Katzenshampoo.
- Parasitenprophylaxe: Regelmäßig behandeln, vor allem wenn Freigänger unterwegs sind — Fressnapf, Tierarzt oder Apotheke bieten passende Präparate.
Litterbox: Sauberkeit ist kein Luxus
Das Klo Ihrer Katze ist ein zentraler Hygienefaktor. Faustregel: Kipp die Schale mindestens einmal täglich, komplette Auswechslung und Reinigung wöchentlich. Mehrere Katzen = mehr Boxen (Anzahl Katzen + 1).
Mythen zum Baden — kurz und praktisch
Katzen baden ist meist unnötig und stressig. Ausnahmen:

- Fettige Verschmutzungen, die die Katze nicht entfernen kann.
- Starker Flohbefall — nach Rücksprache mit dem Tierarzt.
- Medizinische Behandlung, die Bäder erfordert.
Wenn es nötig ist: lauwarmes Wasser, mildes Katzenshampoo, ruhige Umgebung, größtenteils feuchte Reinigung mit Tüchern ist oft die bessere Alternative.
Wann sollten Sie zum Tierarzt?
- Wenn die Katze plötzlich aufhört, sich zu putzen oder übermäßig putzt.
- Bei vermehrtem Mundgeruch, Speicheln, Futterverweigerung — mögliche Zahnprobleme.
- Bei sichtbaren Parasiten, Hautrötungen oder offenen Stellen.
- Wenn die Katze plötzlich weniger mobil ist und Putzen schwerfällt — älteres Tier, Arthrose.
Fazit
Katzen sind keine eigenständigen Hygienemaschinen. Sie leisten viel, aber brauchen Ihre Aufmerksamkeit — regelmäßiges Bürsten, saubere Katzentoiletten, Zahnpflege und gelegentliche Kontrollen beim Tierarzt halten sie gesund. In meinen Jahren mit Katzen und Tierärzten habe ich eine einfache Regel gelernt: Prävention spart Stress, Zeit und Geld.
Haben Sie eigene Erfahrungen oder Fragen zur Katzenpflege? Schreiben Sie in die Kommentare — ich antworte aus der Praxis und teile gern konkrete Tipps für Ihren Fall.









