Motten in der Garderobe sind nicht nur lästig — sie fressen Löcher in Lieblingspullovern und können jahrelange Arbeit ruinieren. Als jemand, der schon etliche Schränke wieder in Schuss bringen musste, verrate ich drei effektive, natürliche Strategien, die wirklich funktionieren. Keine Chemiekeule, sondern Alltagstaugliches, das Sie sofort umsetzen können.
1. Sauberkeit und richtiges Lagern: Prävention zuerst
Motten legen Eier gern in ungewaschene, verschmutzte Wolle oder in selten getragene Stücke. Sauberkeit ist Ihre erste Verteidigungslinie.
- Waschen oder reinigen Sie Wollkleidung vor dem Einlagern. Viele Schädlinge werden durch Schweiß, Hautschuppen oder Essensreste angezogen.
- Regelmäßig lüften: Hängen Sie Pullover im Frühjahr für ein paar Stunden in die Sonne — UV-Strahlen und Luft stören die Larven. Direkte, heiße Sonne meiden, damit die Wolle nicht ausbleicht.
- Lagern Sie in luftdichten Beuteln oder Boxen mit atmungsaktiver Einlage. Verwenden Sie säurefreies Seidenpapier zwischen den Teilen, um Reibung zu vermeiden.
- Staubsaugen statt nur fegen: Motteneier finden sich oft in Ritzen, an Sockelleisten und in Teppichen. Ein gründliches Saugen reduziert Populationen.

2. Natürliche Repellentien: Zeder, Lavendel & Co.
Viele Hausmittel wirken tatsächlich – nicht als Wunder, aber als sinnvoller Schutz bei regelmäßiger Anwendung.
- Zedernholz: Zedernöl und Zedernholzteile geben Duftstoffe wie Cedrol ab, die Motten abschrecken. Kaufen Sie Zedernklötze im Baumarkt (z. B. Bauhaus) oder im Onlinehandel. Reiben Sie die Oberfläche gelegentlich an, um die ätherischen Öle zu reaktivieren.
- Lavendelsäckchen: Getrockneter Lavendel (bei DM oder auf dem Wochenmarkt) in Baumwollbeuteln wirkt gut in Schubladen und Kleiderschränken. Tauschen oder „auffrischen“ Sie die Säckchen alle 6–12 Monate.
- Kombination mit Gewürzen: Nelken, Rosmarin oder Zitrusschalen verstärken den Effekt. Eine Mischung in kleinen Stoffbeuteln wirkt dekorativ und praktisch.
Praktischer Tipp: Legen Sie frische Lavendelsäckchen direkt in Kleiderschrankfächer und erneuern Sie sie vor dem Herbst. Bei starker Mottenaktivität sind diese Mittel ergänzend, nicht alleinig ausreichend.
3. Temperaturbehandlung: Kälte und Hitze richtig einsetzen
Mottenlarven und Eier sind empfindlich gegenüber extremen Temperaturen. Das können Sie zu Ihrem Vorteil nutzen.

- Einfrieren: Empfindliche oder nicht waschbare Teile luftdicht in einen Gefrierbeutel, verschließen und mindestens 72 Stunden bei −18 °C lagern. Das tötet Eier und Larven zuverlässig ab.
- Hitze: Waschen Sie waschbare Wolle bei 60 °C oder nutzen Sie den Trockner bei hoher Temperatur, wenn das Pflegeetikett es erlaubt. Achtung: Empfindliche Handstrickwaren können einlaufen — prüfen Sie zuerst an einer unauffälligen Stelle.
- Dampfreinigung: Ein Dampfreiniger oder heißer Dampf aus dem Bügeleisen (ohne direkten Kontakt auf empfindlicher Wolle) tötet Larven und lockert gleichzeitig Faserrückstände.
Zusätzliche, praxisnahe Hinweise
Ein paar schnelle Regeln, die im Alltag den Unterschied machen:
- Kontrollieren Sie Secondhand-Käufe gut; Motten können aus Fundstücken eingeschleppt werden.
- Setzen Sie bei Verdacht sofort Maßnahmen — je länger Sie warten, desto aufwändiger die Sanierung.
- Bei großem Befall: Professionelle Textilreinigung oder Schädlingsbekämpfer hinzuziehen. Natürliche Methoden helfen meist präventiv und bei kleinen Problemen.
Ein kleiner „Wow“-Fakt zum Schluss: Ein Weibchen kann mehrere hundert Eier legen — ein vernachlässigter Pullover genügt, um eine Kolonie zu starten. Deshalb lohnt sich Vorbeugen mehr als Reparieren.
Probieren Sie eine der Methoden diese Woche aus und beobachten Sie den Unterschied. Haben Sie eigene Tricks oder lokale Bezugsquellen? Teilen Sie Ihre Erfahrung in den Kommentaren — ich tausche gern Tipps aus.









