Kalk nervt. Ob im Wasserkocher, an der Duschwand oder am Wasserhahn — die weißen Beläge kommen zurück, egal wie oft Sie schrubben. Viele schwören auf Essig, andere auf spezialisierte Entkalker aus der Drogerie. Nach jahrelanger Praxis als Haushaltstester und Redakteur sage ich Ihnen klar: beide Ansätze haben ihre Daseinsberechtigung — aber nicht für jede Oberfläche.
Kurz erklärt: Was ist Kalk und wie wirkt Essig?
Kalk besteht hauptsächlich aus Calciumcarbonat. Säuren lösen Calciumcarbonat, indem sie das Calcium binden und CO2 freisetzen. Hausmittel wie Essig (Essigsäure) funktionieren also chemisch. Wichtig ist Konzentration und Kontaktzeit: 5–10% Essig reicht bei frischen Ablagerungen, bei hartnäckigem Kalk hilft stärkere Säure oder längere Einwirkzeit.
Essig: Vor- und Nachteile
Vorteile:
- Günstig und überall erhältlich (z. B. im Supermarkt oder bei dm).
- Biologisch abbaubar und für viele Alltagsflächen geeignet.
- Gut für Wasserkocher, Armaturen und glasierte Flächen.
Nachteile:
- Starker Geruch — nicht jedermanns Sache.
- Angriff auf Naturstein (Marmor, Schiefer), manche Dichtungen und Aluminiumelemente möglich.
- Bei dicken Ablagerungen lange Einwirkzeit nötig.
Sprays und Fertig-Entkalker: Wann lohnen sie?
Kommerzielle Entkalker enthalten oft Zitronensäure, Sulfaminsäure oder stärkere Mineralsäuren. Sie sind speziell formuliert für schnelle Wirkung, Materialverträglichkeit und angenehmeren Duft.

- Praktisch für Duschtüren, Fliesenfugen und WC-Rand — schnelle Einwirkzeit.
- Gefährlicher bei unsachgemäßem Gebrauch: Handschuhe, Lüften und Abstand zu Augen sind Pflicht.
- Teurer, aber oft effektiver bei hartnäckigen Ablagerungen.
Konkrete Anleitungen: Essig vs. Spray
Essig-Methode (für Wasserkocher, Armaturen, Glas)
- Wasserkocher: 1:1 Essig und Wasser, aufkochen, 30–60 Minuten stehen lassen, ausspülen.
- Armaturen/Glas: Essig in eine Sprühflasche, aufsprühen, 15–30 Minuten einwirken lassen, mit Mikrofasertuch abreiben.
- Bei starkem Geruch: nachbehandeln mit warmem Wasser und etwas Backpulver, gut lüften.
Spray-Methode (für Fliesenfugen, WC, hartnäckigen Kalk)
- Produktetikett lesen: Einwirkzeit und Materialhinweise beachten.
- Schutz: Handschuhe und ggf. Schutzbrille, Raum lüften.
- Aufsprühen, Zeit abwarten, mit Bürste nacharbeiten, gründlich abspülen.
Welches Mittel für welche Situation?
Meine Faustregel: Für tägliche Kleinarbeiten und schonende Oberflächen Essig. Für hartnäckigen Kalk an Fliesenfugen, im WC oder bei starken Ablagerungen ein spezialisiertes Spray oder Zitronensäurepulver. In Regionen mit sehr hartem Wasser (zum Beispiel München und Umgebung) rate ich zu regelmäßiger Vorbeugung: Essig- oder Zitronensäure-Kuren alle paar Wochen in Wasserkochern, Entkalkungstabletten für Kaffeevollautomaten aus dem Fachhandel.
Tipps vom Praktiker
- Nie Essig auf Naturstein verwenden — das kann den Stein matt machen.
- Testen Sie Produkte an einer unauffälligen Stelle.
- Kombinieren Sie: Grobe Ablagerungen mechanisch entfernen, dann säurebasiert nachbehandeln.
- Regelmäßige Pflege spart Zeit: Nach dem Duschen kurz mit einem Abzieher drübergehen reduziert Kalk enorm.
Fazit
Essig ist günstig, umweltfreundlich und für viele Fälle ausreichend. Fertigsprays arbeiten schneller und sind oft materialschonender, wenn man die Hinweise beachtet. Ich persönlich nutze Essig für Küchen und Wasserkocher, Sprays für WC und hartnäckige Fugen — ein pragmatischer Mix, der im Alltag am besten funktioniert.
Haben Sie eine Lieblingsmethode oder ein Produkt, das bei Ihnen perfekt wirkt? Teilen Sie Ihre Erfahrung in den Kommentaren — ich bin neugierig auf regionale Tricks aus Berlin, Hamburg oder München.









