Dezember bringt Kälte, Lichterketten — und Rechnungen, die man lieber nicht aufmacht. Ob Wärmepumpe oder Gasheater am Ende günstiger ist, hängt nicht von Gefühlen, sondern von Zahlen: Strompreis, Gaspreis, Effizienz der Anlage und dem Dämmzustand Ihres Hauses. Ich erkläre praktisch, mit Beispielen aus Deutschland und konkreten Schritten, wie Sie für Ihr Zuhause entscheiden.
Ein kurzer Fakt vorweg
Der Break-even zwischen Wärmepumpe und Gas lässt sich einfach berechnen: Teile den Strompreis durch den Gaspreis — ergibt das weniger als der Jahres-COP (Leistungszahl) der Wärmepumpe, ist die Wärmepumpe tendenziell günstiger. Klingt banal, funktioniert aber.
Was im Dezember besonders wichtig ist
Dezember ist kein Durchschnittsmonat: die Außentemperaturen fallen, Wärmebedarf steigt und Luft-Wärmepumpen liefern schlechtere COP-Werte. Relevante Punkte:
- Außentemperatur reduziert COP — bei -5 °C kann die COP einer Luft-Wärmepumpe von 3 auf 2 sinken.
- Gas-Brennwertkessel arbeiten konstant effizient (~90–98%).
- Ihr Verbrauch in kWh ist im Winter am höchsten — Tarife mit Grundpreis spielen eine Rolle.

Konkrete Zahlen (Beispielrechnung)
Angenommen: Strompreis 0,35 €/kWh, Gaspreis 0,12 €/kWh (Marktpreise variieren). Break-even-COP = 0,35/0,12 ≈ 2,92. Bedeutet:
- Wärmepumpe mit Jahres-COP > 2,92 ist günstiger pro erzeugter Heiz-kWh.
- Bei COP 3 kostet 1 kWh Wärme ≈ 0,12 € (0,35/3).
- Sinkt COP im kalten Dezember auf 2,0, steigt der Preis pro Wärme-kWh auf 0,175 € — teurer als Gas.
Praxisbeispiel: Zwei Häuser
Haus A: 150 m², gute Dämmung, Heizbedarf 80 kWh/m²a → 12.000 kWh/Jahr. Haus B: 150 m², schlechter Dämmstandard 180 kWh/m²a → 27.000 kWh/Jahr.
Für Haus A reicht oft eine Luft-Wärmepumpe mit moderatem COP, Kosten pro Jahr können niedriger sein als Gas. Haus B braucht viel Heizleistung: bei tiefen Temperaturen muss die Wärmepumpe häufig nachheizen oder auf elektrischen Zusatzbetrieb umschalten — dadurch steigen die Kosten deutlich.

Investitions- und Nebenkosten nicht vergessen
- Installation Wärmepumpe: grob 10.000–30.000 € (Luft) bis 20.000–40.000 € (Erdwärme).
- Gas-Kessel: 3.000–8.000 € + ggf. Gasanschluss.
- Förderungen (BAFA, KfW) können die Kosten für Wärmepumpen massiv senken — prüfen Sie lokale Programme.
- Wartung: Gas-Kessel regelmäßig, Wärmepumpen ebenfalls (Filter, Kältemittelkontrolle).
Wann Gas tatsächlich billiger bleibt
Gas ist oft kostengünstiger, wenn:
- Ihr Haus schlecht gedämmt ist und hohe Spitzenlasten auftreten.
- Strompreise sehr hoch oder Sondertarife für Wärmepumpen nicht verfügbar sind.
- Wärmepumpe einen schlechten Jahres-COP liefert (schlechte Dimensionierung, ungünstiger Standort).
Praktische Schritte für Ihre Entscheidung
- Ermitteln Sie Ihren Jahres-Heizbedarf (kWh). Energieausweis oder Heizkostenabrechnung hilft.
- Fragen Sie lokale Installateure nach realistischen COP-Werten bei lokalen Dezember-Temperaturen (z. B. Berlin, München, Hamburg).
- Vergleichen Sie aktuelle Strom- und Gaspreise inkl. Steuern und Grundgebühren.
- Berücksichtigen Sie Förderungen: BAFA-Zuschüsse, KfW-Kredite.
- Denken Sie ans Dämm-Potenzial: 10–20% geringerer Verbrauch amortisiert Investitionen schnell.
Mein Fazit
Eine Pauschalantwort gibt es nicht. Für gut gedämmte Häuser mit moderatem Heizbedarf und Zugang zu günstiger oder geförderter Elektrizität ist die Wärmepumpe im Dezember oft günstiger. Bei alten, ungedämmten Gebäuden oder extremen Kälteperioden bleibt Gas häufig preislich vorn. Persönlich würde ich zuerst in Dämmung investieren und dann die Technik wählen — das spart am meisten.
Haben Sie eigene Erfahrungen oder konkrete Zahlen aus Ihrer Kommune (z. B. München, Berlin oder Hamburg)? Teilen Sie sie unten — das hilft anderen bei der Entscheidung.









