Darum gießen Deutsche ihre Pflanzen im Winter falsch

Jedes Jahr sehe ich dasselbe Schauspiel: Im November noch üppig gießende Fensterbänke, im Januar hässliche braune Ränder an den Blättern. Viele von uns behandeln Zimmerpflanzen wie eine Wochenend-Routine — und übersehen, wie radikal sich die Bedürfnisse im Winter ändern. Es ist nicht Faulheit, sondern Gewohnheit — und die führt häufig in die Überwässerungsfalle.

Was im Winter anders ist

Pflanzen leben von Licht, Wärme und Wasser — im Winter sinken zwei dieser Faktoren deutlich. Die Lichtstärke reduziert sich, Heizungen trocknen die Luft aus, und die Pflanzen selber verlangsamen ihren Stoffwechsel. Das bedeutet: Sie verbrauchen deutlich weniger Wasser, manchmal bis zu 50–70 % weniger als im Sommer.

Wenn Sie also im November genauso viel gießen wie im Juli, landet das Wasser nicht bei der Pflanze, sondern in der Wurzelfäule.

Die häufigsten Fehler — und warum sie passieren

  • Wöchentliche Gießroutine: Ein fester Tag im Kalender für alle Pflanzen ignoriert individuelle Bedürfnisse.
  • Topfen ohne Drainage: Schöne Übertopfe ohne Loch sehen gut aus, stauen aber Wasser und fördern Pilzbefall.
  • Kalte Balkongewohnheiten: Pflanzen, die draußen „Winterschlaf“ halten, werden oft zu warm oder zu feucht wieder hereingeholt.
  • Heizungsluft vs. Gießmenge: Viele glauben, trockene Luft braucht mehr Wasser — tatsächlich wird durch Heizungspause oft weniger verbraucht.
  • Falsches Wasser: Sehr kaltes Leitungswasser stört die Wurzeln; wer direkt aus dem Keller gießt, riskiert Stress.

Konkrete Anweisungen: So gießen Sie richtig

Kein Hokuspokus — nur pragmatische Schritte, die ich selbst in 10 Jahren Urban-Gardening immer wieder empfehle.

  1. Prüfen statt raten: Stecken Sie den Finger 3–5 cm in die Erde. Fühlt es sich noch feucht an, warten. Alternativ ein günstiger Feuchtigkeitsmesser aus dem Baumarkt (OBI, Hornbach) hilft.
  2. Wasserbedarf anpassen: Reduzieren Sie die Gießmenge auf 30–60 % der Sommerration, je nach Art. Sukkulenten brauchen fast gar nichts, Ficus und Monstera sehr moderat.
  3. Morgens gießen: Wenn warmes Fensterlicht kommt, verdunstet überschüssiges Wasser besser — das reduziert Staunässe.
  4. Drainage ist Pflicht: Töpfe mit Loch + Unterteller oder Tongranulat in Übertopf sind einfache Versicherung gegen Wurzelfäule.
  5. Wasser temperieren: Leitungswasser einige Stunden stehen lassen oder lauwarm verwenden — besonders für empfindliche Arten wie Orchideen.

Artenspezifische Tipps — kurz und nützlich

Nicht alle Pflanzen sind gleich. Hier ein paar praktische Beispiele, die Sie direkt anwenden können:

  • Monstera/Ficus: Gießen, wenn die obere Erdschicht trocken ist; im Winter weniger als im Sommer.
  • Pilea/Sansevieria: Eher sparsam gießen, lieber austrocknen lassen.
  • Orchideen: Kein Dauerfeucht; besser tauchen und gut abtropfen lassen.
  • Zimmerfarne: Luftfeuchtigkeit erhöhen (Gruppieren, Schale mit Wasser), aber Boden nicht dauernd nass halten.

Praktische Helfer, die wirklich funktionieren

Ein paar Dinge, die ich im Alltag nie mehr missen möchte:

  • Feuchtigkeitsmesser (günstig und präzise)
  • Tranparente Untersetzer, um Staunässe sofort zu sehen
  • Kleiner Luftbefeuchter für Heizperioden oder selbstgemachte Wasser-Schalen auf der Heizung
  • Gute Erde mit Perlite oder Tongranulat für bessere Drainage (Marken wie Neudorff, Compo sind hier verbreitet)

Schneller Check vor dem Gießen — Merkliste

  • Ist die obere Erdschicht trocken?
  • Steht Wasser im Untersetzer?
  • Sind die Blätter weich oder glasig (Zeichen von Überwässerung)?
  • Sind die Heizung und das Fenster in Konflikt (zu heiß vs. zu kalt)?

Wenn Sie diese einfachen Regeln befolgen, werden Sie weniger Pflanzenverlust, weniger Schimmel und insgesamt gesündere Grünlinge haben. Ich sehe oft, wie kleine Anpassungen — weniger Gießen, mehr Kontrolle — große Unterschiede machen.

Probieren Sie es aus: Stellen Sie eine Pflanze auf Wasser-Diät für einen Monat und beobachten Sie die Blätter. Teilen Sie gern Ihre Erfahrungen oder den größten Fehler, den Sie beim Wintergießen gemacht haben — ich antworte.

Arielle Zartiga
Arielle Zartiga

Ich bin Arielle Zartiga, eine Texterin, die Ideen in klare und Verkaufstexte verwandelt. Ich arbeite mit Websites, Mailings und Werbung: Ich helfe Marken dabei, eine Stimme aufzubauen, Aufmerksamkeit zu erregen und Conversions zu erhöhen.

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