Wann haben Sie zuletzt einen Apfel direkt vom eigenen Baum gegessen? Vielleicht planen Sie gerade, Ihren Garten um einen Kirsch- oder Pflaumenbaum zu bereichern. Doch bei all der Vorfreude lauert ein Risiko, das mehr Obstbäume in deutschen Gärten ruiniert, als Sie denken. Der Knackpunkt liegt nicht bei teurem Dünger oder speziellen Sorten. Es beginnt – ganz einfach – beim Einpflanzen selbst.
Der häufigste Fehler beim Pflanzen von Obstbäumen
Wer einmal das Glück hatte, einen alten Apfelbaum im Garten zu haben, weiß: Ein gut gepflanzter Baum begleitet Generationen. Allerdings machen laut Experten viele Hobbygärtner von Anfang an einen folgenschweren Fehler: Sie setzen den Obstbaum zu tief in die Erde.
Was auf den ersten Blick logisch klingt („Je tiefer, desto stabiler!“), ist tatsächlich fatal für das Wachstum. Wird der Wurzelhals – also die Stelle, an der der Stamm in die Wurzeln übergeht – mit Erde bedeckt, drohen Faulstellen, Pilzbefall und ein verkümmertes Wachstum. Ihr Obsttraum endet dann schneller, als Ihnen lieb ist.

So vermeiden Sie das Problem: Die richtige Pflanztiefe
- Markieren Sie den Wurzelhals, bevor Sie anfangen zu graben.
- Pflanzloch ausheben: Es sollte etwa doppelt so breit wie der Wurzelballen sein, aber nicht wesentlich tiefer (ca. 30–40 cm).
- Baum einsetzen: Der Wurzelhals muss mit der Erdoberfläche genau abschließen – keinesfalls darunterliegen!
Viel zu oft sieht man im Garten: Der Stamm verschwindet zur Hälfte im Boden, umgeben von frischer Erde. Das schadet nicht nur, es kann beim Veredlungspunkt sogar zur Rückbildung der eigentlichen Sorte führen! Ein einfacher Holzstab als Markierung beim Setzen hilft – ein Tipp, den mir ein alter Norddeutscher Gärtner einst gab und den ich bis heute befolge.
Weitere wichtige Tipps für gesunde Obstbäume
Wer seinen Baum nachhaltig stark und ertragreich haben will, sollte nicht nur auf die Pflanztiefe achten. Hier die wichtigsten Punkte aus meiner Erfahrung:
- Wurzeln vor dem Pflanzen wässern: Ein Eimer Wasser, mindestens 1–2 Stunden.
- Keine frische Komposterde oder Dünger ins Pflanzloch! Das verlockt zu schnellem Wachstum, schwächt aber die Basis.
- Pflanzschnitt nicht vergessen: Schwache oder beschädigte Triebe sofort entfernen, die Krone neu aufbauen.
- Pfähle setzen und anbinden: Gerade in windigen Regionen unerlässlich für einen aufrechten Stamm.

Worauf Sie beim Obstbaumkauf achten sollten
Achten Sie beim Kauf auf regionale, robuste Sorten und eine klare, sichtbare Veredelungsstelle. Fragen Sie ruhig nach: Jede gut sortierte Baumschule in Deutschland berät gern. Vom schnellen Online-Kauf rate ich persönlich ab. Leider habe ich mehrfach erlebt, dass der Versand Stress für die jungen Gehölze bedeutet – ein schlechter Start, den man vermeiden kann.
Fazit: Fehler vermeiden, Freude gewinnen
Ihr Obstbaum kann ein echtes Familienmitglied werden – wenn er richtig gepflanzt wird. Wer auf die Pflanztiefe achtet und sich nicht von Mythen leiten lässt, legt den Grundstein für Jahrzehnte voller Ernteglück. Teilen Sie gern Ihre Erfahrungen oder Tipps in den Kommentaren – vielleicht haben Sie ja auch schon positive Überraschungen erlebt!









