Wussten Sie, dass viele Sorten, die Sie im Supermarkt kaufen, schon Tage vor dem Verkauf geerntet wurden? Oder dass in deutschen Gärten jährlich über 200 Millionen Setzlinge eingesetzt werden – meist von weit her importiert? 2024 wollen immer mehr Hobbygärtner darauf verzichten. Der neue Trend: Eigenanbau von Setzlingen für ein wirkungsvoll nachhaltiges Gartenjahr.
Warum eigentlich Setzlinge selbst ziehen?
Vielleicht kennen Sie diesen Moment: Sie stehen vor dem Regal voller Jungpflanzen – alles sieht irgendwie gleich aus, und die kleinen Preisschilder sorgen für Kopfschütteln. Wer Setzlinge selbst zieht, hat die Kontrolle: Ob Lieblingssorte, Bioqualität oder Raritäten, in Ihrem Garten wächst endlich, was Sie wirklich wollen.

Das Beste daran: Sie reduzieren nicht nur Verpackungsmüll und Transportwege, sondern erleben hautnah, wie aus Samen kleine Pflanzen und später echte Gemüselieferanten werden. Als erfahrener Gartenfan kann ich sagen: Das Gefühl, die eigene Tomate vom Beet in den Salat zu schneiden, ist durch nichts zu ersetzen.
Von der Fensterbank ins Beet: Alle Schritte im Überblick
- Die richtige Saat: Setzen Sie auf samenfeste Sorten statt Hybridpflanzen. Viele spannende, robustere Gemüsesorten gibt es im spezialisierten Onlinehandel oder direkt vom Hof.
- Ein guter Start: Verwenden Sie spezielle Anzuchterde und flache Schalen. Ein heller Fensterplatz ist ideal – gern ergänzen mit einer einfachen Pflanzenlampe.
- Geduld und Pflege: Regelmäßiges, aber vorsichtiges Gießen ist entscheidend. Die Erde immer leicht feucht halten, Staunässe vermeiden.
- Pikierrunde: Sobald die Keimlinge ihre ersten „echten“ Blätter zeigen, einzeln in größere Töpfchen umsetzen.
- Abhärten nicht vergessen: Kurz vor dem Auspflanzen die Jungpflanzen tagsüber nach draußen stellen – so gewöhnen sie sich ans Klima.
Praktische Tipps aus dem Alltag
Ein bisschen Fantasie hilft: Alte Marmeladengläser eignen sich wunderbar als Mini-Gewächshaus. Eierkartons sind perfekte Anzuchtgefäße, die Sie später einfach mit in die Erde setzen können. Und noch ein Hinweis aus Erfahrung: Die Beetplanung am besten wirklich im Januar starten – dann gibt es die meisten Sorten zur Auswahl.

Nachhaltigkeit, die wirklich Spaß macht
Was mir 2024 besonders auffällt: Gartenarbeit wird zum Ausdruck von Verantwortung. Wer selbst vorzieht, setzt Zeichen gegen Massenproduktion, fördert alte Sorten, ermöglicht Insektenvielfalt – und lernt ganz nebenbei auch für den Alltag eine Menge Geduld. Noch dazu kostet ein ganzer Balkon voller Tomaten, Paprika oder Salat aus Samen weniger als drei gekaufte Setzlinge.
Neugierig geworden?
Welches Gemüse wollten Sie schon immer anbauen? Oder haben Sie vielleicht selbst schon ein kleines Anzucht-Labor auf der Fensterbank? Berichten Sie davon gerne in den Kommentaren! Der nachhaltigste Trend 2024 beginnt oft mit einem simplen Saatkorn – und wer es ausprobiert hat, möchte meistens nicht mehr zurück.









