Siehst du plötzlich schiefe Fliesen oder kleine Risse zwischen den Platten? Das ist kein Zufall. Laufender Bambus (Phyllostachys u.ä.) frisst sich mit seinen Rhizomen unter Terrassen, hebt Platten und kostet schnell mehrere hundert Euro Reparatur.
Ich habe es oft gesehen: Zuerst ein einzelner Trieb, dann ein dichter Gürtel von Wurzeln, der die Terrasse anhebt. Lesen Sie das jetzt — bevor aus einer hübschen Ecke ein teurer Alptraum wird.
Warum Bambus so gefährlich für Ihre Terrasse ist
Viele unterschätzen, wie aggressiv einige Bambusarten wachsen. In meiner Arbeit als Gärtner habe ich zwei typische Fälle erlebt: innerhalb eines Jahres sichtbare Hebungen, innerhalb von zwei Jahren zerstörte Fugen und abgesprungene Platten.
Wie Bambus arbeitet — kurz und knapp
- Bambus bildet starke, seitlich laufende Rhizome (Ausläufer).
- Diese Rhizome suchen sich Wege durch Ritzen und setzen sich unter Platten fest.
- Sobald sie Platz finden, schiebt das Wurzelwerk Material nach oben — Ergebnis: gebrochene Platten und hohle Stellen.
Wenn Sie einen laufenden Bambus neben der Terrasse haben, ist schnelles Handeln nötig.

Frühe Warnzeichen — erkennen, bevor es zu spät ist
- Neue Triebe zwischen Platten oder direkt an der Terrassenkante.
- Feine, aber wachsende Spalten in Fugen.
- Ungewöhnliche Bodenwölbungen oder abgesunkene Ecken nach Regen.
- Grüne, dünne Wurzeln unter losegelegten Platten (bei Kontrolle).
Was Sie sofort tun können
Ich rate: Nicht abwarten. Hier sind praktikable Schritte, die ich selbst oft empfohlen habe.
- Schneiden Sie oberirdische Halme regelmäßig auf Bodenniveau — das schwächt die Pflanze, aber beseitigt die Wurzeln nicht.
- Graben Sie einen Sichtgraben entlang der Terrasse (mindestens 60 cm Tiefe), um Ausläufer sichtbar zu machen.
- Entfernen Sie alle sichtbaren Rhizome: schneiden oder herausziehen und prüfen, ob sie weiterlaufen.
- Setzen Sie eine Wurzelbarriere ein (mind. 60–80 cm tief, PE- oder Metallbahnen): das stoppt neue Ausläufer.
Praktischer Life-Hack: Wie Sie eine einfache Wurzelbarriere bauen
Ich habe das selbst mehrfach gemacht — es funktioniert und ist günstiger als teure Abrissarbeiten.
- Material: robuste Plastikbahn/Metallblech (mind. 0,8 mm), Spaten, Gummihandschuhe, Hammer, Klammern.
- Schritt 1: Graben Sie einen durchgehenden Graben entlang der Terrassenkante, 60–80 cm tief.
- Schritt 2: Stellen Sie die Bahn senkrecht in den Graben. Achten Sie auf eine glatte, dicht schließende Kante.
- Schritt 3: Befestigen Sie die Bahn oben mit Erdreich oder einer Betonleiste, damit Rhizome nicht darüberwachsen.
- Schritt 4: Kontrollieren Sie jährlich die Barrierekanten in Frühling und Herbst.
Übrigens: Bei Baumärkten wie OBI, Hornbach oder Bauhaus in Deutschland findest du passende Materialpakete; rechne mit 30–150 € je nach Länge.
Alternative: Bambus sicher nutzen — die Auswahl entscheidet
Es gibt Bambusarten, die horstbildend sind (z. B. Fargesia). Die breiten, dicht bleibenden Sorten sind deutlich ungefährlicher und besser geeignet, wenn Sie Bambusoptik wollen, ohne die Terrasse zu riskieren.

- Kaufen Sie explizit „horstbildend“ oder „clumping“.
- Setzen Sie Bambus in große, dickwandige Kübel (100+ Liter) — das hält die Wurzeln zusammen.
- Vermeiden Sie günstige, unbeschriftete Pflanzen aus dem Baumarkt, wenn Sie nicht sicher sind.
Wenn der schlimmste Fall schon eingetreten ist
Hochgerechnet: Ist die Terrasse schon sichtbar beschädigt, lohnt sich oft ein Austausch der Platten und eine komplette Untergrundreparatur — Kosten schnell 500–2000 €.
- Komplett ausgraben: Alle Rhizome aus dem Unterbau entfernen.
- Neue Splitt- und Sandlagen mit geprüfter Unkrautvlies-Schicht legen.
- Danach unbedingt eine neue Wurzelbarriere setzen.
Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie eine lokale Gartenbaufirma — in Deutschland bieten viele Gärtnereien vor Ort kostenlose Kurzchecks an.
Kurze Checkliste: Was jetzt zu tun ist
- Suchen Sie nach neuen Trieben an der Kante — sofort entfernen.
- Graben und prüfen: Gibt es Rhizome unter der Terrasse?
- Entscheiden: Barriere setzen, Topf-Lösung oder Rodung.
- Bei Neubepflanzung: immer horstbildende Arten wählen.
Verlieren Sie nicht die Zeit — Bambus arbeitet schnell und heimlich. Ein einmal kontrollierter und installierter Schutz spart langfristig Nerven und Geld.
Abschließend: Haben Sie einen Bambus im Garten — oder schon Ärger mit aufgewölbten Platten erlebt? Schreiben Sie kurz, wie Sie das Problem gelöst haben. Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen.









