Du kipptest gerade das Bratfett in den Ausguss — und denkst: „Das ist doch nur ein Schuss Öl.“ Stopp. Genau dieses Verhalten führt in vielen Haushalten in Deutschland zu massiven Rohrschäden. Lies jetzt weiter: Ich habe es selbst gesehen, in meiner Praxis als Redakteur und nach Gesprächen mit Klempnern — verstopfte, korrodierte Leitungen sind die Folge.
Warum ausgerechnet Essensöl so gefährlich ist
Viele unterschätzen, wie Fett im Rohr reagiert. Warmes Fett fließt — abgekühlt wird es fest. In Kombination mit Seifenresten und Ablagerungen entsteht schnell eine zähklebrige Masse.
Das passiert vor allem in diesen Fällen:
- Beim Ausgießen von Brat- oder Frittierfett nach dem Kochen.
- Wenn Reste von Öl mit Kaffeesatz, Mehl oder Haaren ins Abflussnetz gelangen.
- Bei älteren Rohren (Gusseisen, Ton), die bereits leichte Rauhigkeiten haben.
Wie das Rohr innen aussieht — stell dir einen Kuchen vor
Ich habe morgens Rohre geöffnet, die aussahen, als hätte jemand flüssigen Beton eingegossen: Schicht für Schicht setzte sich Fett ab, wurde härter und schälte die Innenwand ab. Das Resultat: Verengung des Querschnitts, Rückstau, und im schlimmsten Fall Rohrbruch.

Fettberg – kein englisches Problem mehr
Vielleicht kennst du die Bilder aus London. Aber auch in deutschen Städten melden Stadtwerke regelmäßig Ablagerungen in der Kanalisation.
- Hamburg, Berlin und München verzeichnen vermehrte Einsätze wegen Fettansammlungen.
- Die Kosten für Kommunen steigen — die Rechnung dafür landet indirekt bei uns allen.
Was genau zerstört die Rohre? (Kurz & knapp)
- Tierische Fette (Schmalz, Speckfett): härten schnell aus und kleben extrem.
- Große Mengen Frittieröl (auch pflanzlich): baut sich zusammen mit Resten zu dichten Blöcken.
- Alte Abflussleitungen mit Rissen: Fett setzt sich an Unebenheiten fest und verschlimmert Schäden.
Praktische Life-Hack: So entsorgst du Öl richtig (Schritt-für-Schritt)
Ich habe diese Methode in deutschen Haushalten getestet — sie ist simpel und spart Klempnerkosten.
- Schritt 1: Lass das Öl in der Pfanne abkühlen, bis es zähflüssig wird.
- Schritt 2: Wische die Reste mit Küchenpapier in ein leeres Glas oder eine Dose.
- Schritt 3: Verschließe das Gefäß und wirf es in den Restmüll (Restmülltonne).
- Schritt 4: Größere Mengen bringen viele Wertstoffhöfe (Wertstoffhof) in Städten wie Berlin oder Hamburg zur Sammelstelle — informiere dich bei deinem örtlichen Entsorger.
By the way: Kleine Mengen können auch in altes Einmachglas gesammelt und zur Sammelstelle gebracht werden. Nicht in die Biotonne oder in den Kompost werfen.
Sofortmaßnahmen bei beginnender Verstopfung
- Gib warmes (nicht kochendes) Wasser mit Spülmittel in den Abfluss — das kann frisches Fett lösen.
- Keine chemischen Rohrreiniger mit starken Laugen verwenden — die greifen Dichtungen und Metzenteile an.
- Eine Saugglocke (Pömpel) oder eine Rohrspirale kann oft mechanisch helfen.
- Wenn es nach längerem Ruckeln noch stinkt oder Wasser zurückbleibt: Klempner rufen — früh handeln spart größere Reparaturen.

Was Klempner in Deutschland konkret empfehlen
- Weg vom sofortigen Auskippen: Öl in einen Behälter sammeln.
- Für Gewerbe (Imbiss, Restaurant): Professionelle Entsorgung über zugelassene Altöl-Annahmestellen — Vorschriften können Bußgeld beinhalten.
- Regelmäßige Kontrolle älterer Leitungen lohnt sich, besonders in Altbauwohnungen.
Ein Vergleich, der hängen bleibt
Denke an dein Rohr wie an ein Haarrohr: Fette haften, sammeln Schmutz und verstopfen wie ein verfilzter Schal. Es ist nicht dramatisch, bis es dramatisch wird.
Extra-Tipp für Sparfüchse (und Umweltbewusste)
- Weniger Öl verwenden: Braten mit wenig Fett oder beschichtetem Kochgeschirr reduziert das Problem sofort.
- Altes Pflanzenöl kann, gesammelt und an Sammelstellen abgegeben, oft zu Biodiesel weiterverarbeitet werden — informiere dich bei deinem Wertstoffhof.
Ich habe gesehen, wie einfache Verhaltensänderungen in einer WG in München die Häufigkeit von Rohrreinigungen halbierten — das wirkt direkt auf deinen Geldbeutel.
Fazit
Du kannst das Problem heute verhindern: Gieße kein Fett in den Ausguss, sammle Öl, und entsorge es richtig. Kleine Schritte beugen großen Kosten vor — besonders in deutschen Altbauten mit sensiblen Rohrsystemen.
Was hast du bisher mit altem Öl gemacht — kipps du es weg oder sammelst du es? Schreib deine Methode in die Kommentare.









