Schimmel am Fensterbrett, dunkle Ringe auf dem Holztisch oder ständig nasse Untersetzer – das nervt. Ich habe das selbst lange unterschätzt und festgestellt: Eine einfache Lage Zeitung kann vieles retten. Lies das jetzt, bevor der nächste Regenschauer oder die Heizperiode deine Pflanzen-Station ruiniert.
Warum das alte Hausmittel plötzlich wieder Sinn macht
Viele übersehen, wie simpel Feuchtigkeit entsteht: zu viel Wasser, schlechte Verdunstung, keine Absaugung im Untersetzer. Die Zeitung fängt nicht nur Wasser, sie signalisiert auch, wann du wirklich reagieren musst.
In meiner Praxis (ja, ich habe mehrere Pflanzen über Jahre beobachtet) fiel mir auf: Bei Fenstern in Norddeutschland oder im feuchten Keller von Altbauwohnungen sind die Effekte am deutlichsten.
Was genau passiert?
- Die Papierfasern saugen überschüssiges Wasser auf wie ein Mini-Schwamm.
- Sie verhindern stehendes Wasser im Untersetzer, das sonst Wurzelschäden und Trauermücken begünstigt.
- Bei heißer Heizungsluft helfen sie als temporäre Verdunstungs-Puffer.

Die 6 besten Situationen, in denen Zeitung hilft
- Nasse Fensterbänke nach Regen oder Tau.
- Pflanzengruppen ohne ausreichend Ablaufrinnen.
- Transport von frischen Pflanzen aus dem Gartencenter (Aldi, Bauhaus, Pflanzenmarkt).
- Bei Umtopfen als provisorische Schmutzauffangschicht.
- In der Mietwohnung, wenn du keine großen Untersetzer willst.
- Beim Lagern von Pflanzenteilen im feuchten Keller oder Abstellraum.
So machst du es richtig — Schritt für Schritt
Ich habe verschiedene Varianten ausprobiert. Das hier ist mein Alltags-Favorit, der in deutschen Wohnungen zuverlässig funktioniert:
- Material: alte Tageszeitung (keine Hochglanzbeilagen), eine Schere, optionaler kleiner Untersetzer.
- Schritt 1: Reiße 2–3 Lagen Zeitung in die Größe des Untersetzers.
- Schritt 2: Falte grob, so dass es etwas Volumen hat – nicht zu fest pressen.
- Schritt 3: Lege die Zeitung in den Untersetzer, Topf draufstellen.
- Schritt 4: Kontrolliere einmal pro Woche: ist sie durchweicht, erneuern (meist 2–4 Wochen).
Praktischer Tipp: Für empfindliche Holzflächen lege zusätzlich ein dünnes Brett oder eine Plastikschale unter. Zeitung allein kann bei andauernder Nässe auf unbehandeltem Holz Spuren hinterlassen.
Dos and Don’ts — kurz und ehrlich
- Do: Verwende schwarz-weiß Zeitung, keine glänzenden Anzeigen. Moderne Druckfarben (in Deutschland) sind meist pflanzenverträglich.
- Don’t: Stopfe niemals Zeitung in Ablauflöcher, das kann Staunässe verursachen.
- Do: Nutze Zeitung auch als provisorische Mulchschicht auf dem Balkonkasten im Frühling.
- Don’t: Lass durchnässte Zeitung monatelang liegen — sie sollte atmen können.
Ein Blick zurück: Warum das kein „Oma-Mythos“ ist
Viele Gärtnerfamilien in ländlichen Regionen Deutschlands haben Zeitungen unter Töpfen benutzt, lange bevor es stylische Pflanzenuntersetzer gab. Es funktioniert ähnlich wie ein einfacher Lagenfilter: nimmt Flüssigkeit, zeigt an, wenn es zu viel ist — simpel wie ein Kaffeefilter.

Ich habe das im Berliner Altbau genauso gesehen wie bei Freunden in Bayern nach einem Starkregen. Pragmatismus trifft Pflanzenpflege.
Wenn du mehr willst: Alternativen mit Kontrolle
- Kombiniere Zeitung mit einer kleinen Kies-/Sand-Schicht für bessere Verdunstung.
- Verwende Einweg-Küchentücher nur kurzzeitig; sie zerfallen schneller als Zeitung.
- Investiere in transparente Untersetzer mit Wasseranzeige, wenn du digitale Kontrolle magst.
Fazit
Die Zeitung unter dem Blumentopf ist kein Allheilmittel, aber ein günstiger, erprobter Trick, der in vielen deutschen Haushalten funktioniert. Er spart Nerven, verhindert kleinen Schimmel und zeigt dir früh, wann zu viel Wasser im Spiel ist.
Hast du diesen Trick schon probiert oder nutzt du eine andere Low-Budget-Lösung? Schreib kurz, wo du wohnst (z. B. Berlin, Hamburg, München) und wie es bei dir klappt — ich bin neugierig auf eure Geschichten.









