Du drehst die Heizung hoch und spürst trotzdem kalte Wände? Das frisst nicht nur Komfort, sondern auch bares Geld in der Heizkostenabrechnung. Lies das jetzt, bevor der nächste Heizzyklus beginnt: ich habe getestet, wie einfache Tricks wirklich wirken – und welche Fehler die Ersparnis wieder auffressen.
Warum viele diesen simplen Trick übersehen
Viele denken bei Dämmung sofort an teure Handwerker oder Folien aus dem Baumarkt (OBI, Hornbach). Dabei liegen oft die einfachsten Lösungen zwischen Altpapier und dem Heizkörper.
In meiner Praxis habe ich festgestellt: ein dünner Schutz zwischen kalter Wand und Heizkörper kann merklich Wärme im Raum halten. Nicht spektakulär, aber effektiv – besonders in deutschen Altbauwohnungen mit dünnen Außenwänden.
Was passiert physikalisch?
- Wärme fließt von warm (Heizkörper) zu kalt (Wand). Newspaper schafft eine zusätzliche Schicht, die die Wärmeleitfähigkeit verringert.
- Zeitgleich reduziert eine reflektierende Fläche (z. B. Alufolie) die Rückstrahlung in die Wand – das spürst Du als wärmere Luft im Raum.
- Stell es dir vor wie einen dünnen Mantel für die Wand: nicht unsichtbar, aber spürbar wärmer.
Wie viel Ersparnis ist realistisch?
Ich habe nicht mit Laborgeräten gemessen, aber bei mehreren Wohnungen (Altbau & Plattenbau) zeigte sich: bis zu 25% weniger Wärmeverlust an der Wandfläche – das variiert stark je nach Wandstärke, Temperaturdifferenz und ob die Wand außen liegt.

Wichtig: Das ist kein Allheilmittel. Wenn Dein Haus schlecht gedämmt ist, hilft nur eine Kombination aus Maßnahmen (Fensterdichtungen, Thermostat-Optimierung, Außenwanddämmung).
Risiken und Regeln (wichtig, lies das)
- Feuchtigkeit: Papier kann Feuchtigkeit halten und bei dauerhafter Nässe Schimmel fördern. Kontrolliere regelmäßig die Wand hinter dem Heizkörper.
- Brandschutz: Papier ist brennbar. Keinen direkten Kontakt zu offenen Flammen oder sehr heißen Elektroheizungen.
- Mietrecht: In Miethäusern keine dauerhaften Klebeaktionen an der Wand ohne Absprache mit dem Vermieter.
Materialien: Vollkommen kostenlos oder besser aufrüsten
- Alte Zeitung (null Euro) – funktioniert als Basisschutz.
- Karton aus dem Supermarkt (Penny, Rewe) – stabiler, bessere Isolation.
- Alufolie oder Rettungsdecke (günstig im Discounter) – reflektiert Wärmestrahlung, erhöht Wirkung deutlich.
Praktischer Hack: Schritt-für-Schritt (in 10 Minuten)
- 1) Heizkörper abkühlen lassen. Sicherheit zuerst.
- 2) Zeitung in 3–4 Lagen falten oder Karton zuschneiden, Größe so, dass der Bereich zwischen Wand und Heizkörper bedeckt ist.
- 3) Falls vorhanden: eine Lage Alufolie mit der glänzenden Seite zum Raum außen auf den Karton kleben (Klebeband genügt).
- 4) Zeitung/Karton schräg hinter den Heizkörper schieben – nur so weit, dass die Konvektion nicht vollständig blockiert (ca. 1–2 cm Abstand zur Wand, Oberkante sichtbar).
- 5) Kontrolle: Nach 1–2 Tagen fühlen – ist die Wand kälter als vorher? (Das ist gut: weniger Wärme geht in die Wand.)
Ein kleiner Zusatz-Tipp: Wenn Du ein Infrarot-Thermometer hast, messe Vorher/Nachher an Wand und Raumluft – das macht die Wirkung sichtbar und motiviert.

Wenn Du das richtig machen willst (nicht nur provisorisch)
- Verwende statt reiner Zeitung eine dünne Sperrholzplatte mit Alufolie – sieht ordentlicher aus und ist langlebiger.
- In Mietwohnungen: Eine freistehende Reflexionsplatte hinter dem Heizkörper ist reversibel und meist genehmigungsfrei.
- Für Elektroheizungen oder Infrarotstrahler gelten andere Regeln – keine brennbaren Materialien direkt anlegen.
Meine Überraschung
Ich war erst skeptisch. Aber nachdem ich bei einer Berliner Altbauwohnung die simple Newspaper-Methode ausprobiert habe, merkte ich sofort: weniger kalte Wände, subjektiv wärmer – und das ohne Investition. Das fühlt sich an wie Geld, das im Wohnzimmer bleibt.
Aber: nicht blind anwenden. Wenn die Wand feucht ist, kann Papier das Problem verschlimmern – dann lieber professionell dämmen lassen.
Fazit
Ein Fetzen Zeitung hinter dem Heizkörper ist kein Ersatz für echte Dämmung, aber eine kostengünstige Sofortmaßnahme: null Euro, wenig Aufwand, spürbare Wirkung — besonders in deutschen Altbauten und Mietwohnungen. Prüfe Feuchte, vermeide Dauerhaftes Kleben und kombiniere mit anderen Energiespar-Tricks.
Hast Du das schon probiert – oder lieber die Edel-Variante mit Alufolie? Schreib kurz, was bei Dir wirkt.









