Kennst Du das: Schlieren auf der Scheibe, obwohl Du gerade erst geputzt hast? Ich habe bemerkt, dass viele von uns jahrelang Mikrofasertücher horten – und trotzdem mit Streifen kämpfen. Lies das jetzt, wenn Du saubere Fenster ohne extra Kosten und ohne Chemie willst.
Warum das, was alle tun, oft nicht funktioniert
In meiner Praxis mit Wohnungen in Berlin und WG-Küchen in Köln stellte sich schnell heraus: Mehr Tücher = nicht automatisch bessere Fenster.
Das Problem steckt selten im Tuch, sondern in der Methode: zu viel Reinigungsmittel, Sonnenlicht beim Trocknen und das falsche Abtrocknen. Ergebnis: Schlieren, Flusen und Zeitverlust.
Die drei häufigsten Fehler
- Zu viel Reinigungsflüssigkeit – das trocknet nicht gleichmäßig.
- Mikrofasertücher sind nass und werden zum Streifenmacher, wenn sie nicht richtig ausgewrungen sind.
- Glänzende Werbeprospekte werden statt Zeitungen verwendet – falsches Papier, falsches Ergebnis.
Warum Zeitungspapier oft besser ist
Ich habe es getestet: Einfaches, zerknülltes Zeitungspapier wirkt wie ein kleines Poliertuch. Es nimmt Feuchtigkeit und löst Schmutz, ohne Fusseln zurückzulassen.

Vergleich in Bildern: Mikrofasertuch ist wie ein Fahrradreifen – gut, wenn korrekt gepflegt. Zeitungspapier ist eher wie ein Kaffeefilter: saugt auf und trennt Schmutz vom Glas.
Vorteile auf einen Blick
- Kostengünstig: Oft gratis aus Anzeigenblättern oder wenige Cent pro Seite.
- Ökologisch sinnvoller: Recyceltes Papier statt synthetische Fasern und Mikroplastik.
- Poliert streifenfrei, besonders bei leicht verschmutzten Fenstern.
Aber es gibt einen Haken
Übrigens: Nicht jede Papierart funktioniert gleich. Hochglanzprospekte verschmieren, während klassische Zeitungspapier ideal ist.
Und noch ein Hinweis: Bei sehr hartnäckigem Schmutz oder bei beschichteten Scheiben teste zuerst eine kleine Ecke.
Nachteile und Vorsichtsmaßnahmen
- Nachtschwarze Druckerschwärze kann bei zu nasser Anwendung leicht abfärben.
- Empfindliche Fensterrahmen (z. B. lackiertes Holz) vorsichtig behandeln – evtl. Zeitungspapier nur aufs Glas.
- In sehr staubigen Umgebungen (z. B. Nähe Autobahn) ist manchmal eine Vorreinigung nötig.
Der praktische Life-Hack: Fenster putzen mit Zeitungspapier — Schritt für Schritt
Das ist mein Standardablauf für Mietwohnung oder Altbaufenster in deutschen Städten:
- Material: alte Tageszeitung (keine Hochglanzprospekte), Sprühflasche, warmes Wasser, einen Tropfen Spülmittel oder 1 Teil Weißweinessig auf 10 Teile Wasser.
- 1. Groben Schmutz mit klarem Wasser abspülen (optional mit Mikrofaser oder Lappen).
- 2. Reinigungsflüssigkeit in die Sprühflasche füllen und die Scheibe leicht einsprühen.
- 3. Zeitung locker zerknüllen, um eine fibrierte Oberfläche zu erzeugen.
- 4. Mit kreisenden Bewegungen die Scheibe säubern, dann in Z‑ oder S‑Bahnen abziehen.
- 5. Mit trockenem, frischem Zeitungspapier polieren, bis kein Glanz mehr sichtbar ist.
- Tipp: Fenster im Schatten oder an bewölkten Tagen putzen – direkte Sonne sorgt für schnelle Trocknung und Streifen.
Nicht vergessen: Eine zweite, trockene Zeitung zum Nachpolieren macht den Unterschied.

Warum Du das heute ausprobieren solltest
In Deutschland zahlst Du im Drogeriemarkt (dm, Rossmann) oft 3–10 € für Mikrofasertücher – und benutzt sie doch falsch. Zeitungspapier ist in vielen Haushalten ohnehin vorhanden oder kostenlos in Hausfluren und Briefkästen.
Ich habe in einem Berliner Altbau die Fenster in 20 Minuten sauber bekommen, für praktisch null Euro Materialkosten. Das fühlte sich an wie unerwartete Freizeit.
Kurze Checkliste vor dem Start
- Wetter prüfen: nicht in voller Sonne putzen.
- Nur echte Zeitung (nicht Hochglanz) verwenden.
- Bei neuen Rahmen erst an versteckter Stelle testen.
Fazit
Zeitungspapier ist kein Wundermittel, aber ein oft unterschätztes, günstiges und umweltfreundliches Werkzeug für streifenfreie Fenster. In meiner Praxis hat diese Methode oft schneller und sauberer funktioniert als teure Tücher.
Probier es bei Deinem nächsten Fensterputz aus – und sag mir: Hast Du alte Anzeigenblätter oder Tageszeitungen zu Hause, die sonst im Altpapier landen? Schreib Deine Erfahrung unten.









