Verstopfte Rohre kosten Zeit, Nerven und schnell 100–500 Euro beim Installateur. Ich bemerkte in meiner Praxis immer wieder die gleichen Fehler — und fast alle sind vermeidbar. Lies weiter, wenn du dein Badezimmer und die Küche nicht in eine kleine Kanal-Notaufnahme verwandeln willst.
Warum dein Abfluss morgen streiken könnte
Ein Abfluss verstopft nicht plötzlich wie ein Blitz — er füllt sich Stück für Stück mit kleinen Sünden: Fettreste, Feuchttücher, Kaffeesatz, Katzenstreu. Viele unterschätzen, wie hartnäckig sich diese Stoffe verhalten.
Einmal falsch entsorgt = langfristige Folge. In meinen Einsätzen habe ich Haushalte gesehen, die monatelang mit langsamem Wasserfluss lebten, bis ein Rohr komplett dicht war.
Die 4 Verbote — und warum sie so brutal sind
1) Kochfett & Öl
Fett verhält sich wie Butter in der Kälte: es wird fest. Im Rohr bildet es einen Belag, der andere Reste einfängt — das Rohr wird zur Fettfalle.

- Fett verbindet sich mit Seife und bildet klebrige Klumpen.
- Im Winter verfestigt sich das in der Leitung schnell.
- Das kostet oft mehrere hundert Euro, wenn das Rohr freigelegt werden muss.
2) Feuchttücher & Hygieneartikel
Feuchttücher zersetzen sich nicht wie Toilettenpapier. Marken sagen manchmal „biologisch abbaubar“ — in der Praxis bedeutet das oft: sehr langsam.
- Zusammen mit Fett bilden sie eine dichte Masse.
- Sind die Hauptursache für Kanalverstopfungen in vielen Städten.
- Immer in den Restmüll, nicht in die Toilette.
3) Kaffeesatz & Essensreste
Kaffeesatz wirkt harmlos, sammelt sich aber im Siphon an wie Sand in einem Filter. Essensreste, Reis und Nudeln quellen auf und blockieren.
- Kaffeesatz gehört in die Biotonne oder auf den Kompost — nicht in den Ausguss.
- Reste in einer Schüssel auffangen und in die Restmüll- oder Biomülltonne geben.
- Wenn du eine Restabfall- oder Biomülltonne hast: nutze sie. In vielen Gemeinden (z. B. Berlin, München) gibt’s klare Regeln dafür.
4) Katzenstreu & Tierexkremente
Katzenstreu verklumpt und quillt. Es bildet praktisch Beton im Rohr. Ich habe Fälle gesehen, in denen die komplette Fallleitung getauscht werden musste.
- Nie in die Toilette oder den Abfluss werfen.
- Tierkot gehört in den Restmüll, manche Gemeinden empfehlen dichte Säcke.
- Bei Unsicherheit: Infos beim lokalen Wertstoffhof (z. B. Stadtreinigung) einholen.
Praktische Tipps, die wirklich helfen
Viele Tricks sind smart, einige gefährlich. Das funktioniert bei mir am zuverlässigsten:
- Fett auffangen: In ein altes Glas oder Tetrapak schütten, im Kühlschrank festwerden lassen, dann ab in die Restmülltonne.
- Kaffeesatz in den Kompost oder Biomüll geben — nicht in die Spüle.
- Feuchttücher: kleine Abfalleimer neben der Toilette stellen (kostet bei OBI/Hornbach wenige Euro).
- Katzenstreu: immer in dichten Beuteln in den Restmüll entsorgen.
Mein Schritt-für-Schritt-Hack: Siphon selbst reinigen (unter 15 Minuten)
Wenn das Wasser langsam abläuft, hilft oft eine einfache Reinigung:

- Worauf du achten musst: Eimer und Handschuhe bereitlegen.
- Wasserzufuhr nicht nötig — nur Siphon unter der Spüle.
- Lockere mit einer Rohrzange oder per Hand die Überwurfmutter (gegen den Uhrzeigersinn).
- Siphon abnehmen, Inhalt in Eimer ausschütten, mit Bürste reinigen.
- Gummidichtungen prüfen, alles wieder zusammensetzen, Dichtigkeit testen.
In Baumärkten wie Bauhaus oder Hornbach bekommst du Ersatz-Siphons ab ~10–20 Euro. Wenn du dir unsicher bist: lieber Fotos machen und den Fachmann anrufen.
Wann du den Installateur rufen musst
Manche Probleme sind DIY-tauglich, andere nicht. Ruf den Profi, wenn:
- Wasser in anderen Abflüssen zurückkommt (Geruchs- oder Hygienealarm).
- Starkes Rauschen, ungewöhnliche Geräusche oder schlechte Gerüche auftreten.
- Nach eigener Reinigung noch kein Erfolg: das kann auf tiefer sitzende Blockaden hindeuten.
By the way: Viele Gemeinden in Deutschland nehmen Altöl und Fette am Wertstoffhof an — das vermeidet Ärger und schont Abwasseranlagen.
Kurz gesagt: Gieß kein Fett in die Spüle, wirf keine Feuchttücher in die Toilette, entsorge Kaffeesatz richtig und lass Katzenstreu niemals in Rohre gelangen. Kleine Gewohnheiten, großer Effekt.
Zum Schluss: Welche von diesen Fehlern hast du schon gemacht — oder was hat bei dir am besten geholfen, die Rohre sauber zu halten?









