Wenn der erste Frost kommt, zeigt die Terrasse unbarmherzig, was Sie vernachlässigt haben. Risse im Belag, modrige Polster, verrostete Grillroste — kennt fast jeder Berliner Kiez-Bewohner. Die gute Nachricht: Mit fünf klaren Schritten retten Sie Ihre Außenfläche ohne teure Profireparatur im Frühling.
Ich schreibe das nicht aus Lehrbuchliebe, sondern aus Erfahrung: nach Jahren mit halbverheizten Gartenutensilien und einem einmal saisonal zerstörten Holzboden habe ich eine Reihenfolge entwickelt, die praktisch immer funktioniert. Hier die Schritte, die Sie sofort umsetzen können.
1. Inventar: Alles sichten, entscheiden, wegpacken
Beginnen Sie mit einer schnellen Bestandsaufnahme. Fragen Sie sich bei jedem Stück: Muss es draußen bleiben, reicht eine Abdeckung, oder gehört es in den Keller?
- Möbel: Kissen und Textilien immer reinnehmen oder in wasserdichte Boxen (z. B. bei OBI/Hornbach) verstauen.
- Topfpflanzen: Empfindliche Gewächse ins Winterlager bringen, robuste Pflanzen hochstellen oder isolieren.
- Geräte: Stromkabel entfernen, Batterien herausnehmen, Rasenmäher und Akkuwerkzeug trocken lagern.
Tipp: Markieren Sie sensible Teile mit einer Liste — so vergessen Sie beim nächsten Frühjahrsputz nichts.
2. Möbel & Holz: richtig reinigen und behandeln
Holz arbeitet bei Frost — das ist Physik. Wasser gefriert und dehnt sich aus; das macht Risse. Daher ist sauberes, trockenes Holz das A und O.

- Reinigen: Mit mildem Seifenwasser Schmutz und Algen entfernen. Schrubben schafft mehr als teures Mittel.
- Pflegen: Teak/Robinie ölenn oder lasieren — wählen Sie ein Produkt aus dem Bauhaus-Sortiment für den Außenbereich.
- Abstellen: Möbel nicht direkt auf feuchten Böden abstellen, Gummipads oder Klinker als Abstandshalter verwenden.
Ein kleiner „Wow“-Fakt: Schon ein Millimeter Wasser in einer Holzfuge kann bei Frost Schaden anrichten. Daher erst reinigen, dann trocknen lassen, dann schützen.
3. Belag & Drainage: Wasserabfluss sicherstellen
Viele Probleme entstehen, weil Wasser nicht abfließt. Checken Sie Ablaufstellen, Fugen und Silikonnähte — besonders bei Terrassenplatten und Holzdecks.
- Fugen säubern: Laub und Sand entfernen, Fugen ggf. neu verfugen oder mit Polymersand auffüllen.
- Rinnen & Abflüsse: Laubgitter anbringen, Ablaufrohre freimachen.
- Gefälle prüfen: Stehen Pfützen? Kleine Neigungen lassen sich durch Unterlegen korrigieren.
Wenn Wasser unter Platten gefriert, hebt es den Belag — das sieht am Ende teuer aus. Ein paar Stunden Wartungsarbeit sparen später viel Ärger.
4. Technik & Gas: sicher winterfest machen
Technik muss anders überwintern als Möbel. Heizstrahler, Außenbeleuchtung, Grill – hier sind Details wichtig.

- Elektrik: Außensteckdosen mit Schutzkappen versehen; Geräte trocken lagern.
- Heizpilze: Abstand zur Wand einhalten, Gasflaschen nach Vorschrift lagern (im Freien, aufrecht).
- Grill: Grillrost säubern, Asche entfernen, Gas absperren — Grillabdeckungen atmungsaktiv wählen.
Ein konkreter Hinweis: Gasflaschen dürfen in Deutschland nicht ungesichert im Hausflur gelagert werden — informieren Sie sich bei Ihrem Händler (z. B. Bauhaus) über sichere Lageroptionen.
5. Pflanzen & Frostschutz: clever statt panisch
Pflanzen mögen zwar winterhart klingen, aber Kälteschäden entstehen schnell durch Nasseis und Frostspitzen.
- Topf-Isolation: Styroporplatten unter Töpfe legen, damit Wurzeln nicht direkt auf kaltem Boden stehen.
- Mulchen: Oberflächen mit Rindenmulch oder Laub decken, das schützt Wurzelballen.
- Bewässerung stoppen: Rechtzeitig die automatische Bewässerung abschalten, Leitungen entleeren.
Lokaler Tipp: In schneereichen Regionen Bayerns lohnt es sich, schwere Keramikvasen an windgeschützte Stellen zu ziehen — Glasur platzt sonst leichter durch Frosteinwirkung.
Fazit: Plausibel, praktisch, jetzt handeln
Mit dieser Reihenfolge vermeiden Sie die häufigsten Fehler — und sparen Zeit und Geld. Planen Sie einen halben Tag pro Schritt ein, und Sie sind auf der sicheren Seite. Ich habe in den letzten Jahren gelernt: besser zwei Stunden investieren als im Frühjahr Fliesenflickerei zu bezahlen.
Probieren Sie die Liste aus und sagen Sie mir in den Kommentaren, welcher Punkt bei Ihnen immer wieder schiefgeht — ich antworte und teile gern noch einen weiteren praktischen Trick.









