Sie fahren in den Skiurlaub, besuchen Verwandte oder haben einfach keine Zeit — und die Zimmerpflanzen müssen durchhalten. Drei Wochen sind kein Drama, wenn Sie ein paar ziemlich verlässliche Tricks kennen. Ich schreibe das nicht aus einem Gartenforum, sondern aus jahrelanger Praxis: manchmal klappt’s, manchmal lernt man dazu.
Warum diese Methoden funktionieren
Pflanzen brauchen weniger Wasser, wenn es kühler und die Tage kürzer sind — das ist die gute Nachricht. Problematisch sind vor allem trockene Heizungsräume und direkte Sonne hinter einer beschlagenen Scheibe. Die besten Lösungen beruhen auf zwei Prinzipien: kontinuierliche, langsame Wasserversorgung und Verminderung der Verdunstung.

Drei verlässliche Methoden für 3 Wochen
1) Selbstbewässernde Töpfe / Reservoir-Töpfe (Lechuza, Blumat)
Warum: Diese Töpfe haben einen Wasserspeicher, aus dem die Pflanze per Kapillarwirkung nimmt. In Deutschland kaufen Sie sie z.B. bei Hornbach, OBI oder Dehner.
- Vor Abreise: Füllen Sie den Reservoir komplett, schneiden Sie abgestorbene Blätter ab.
- Tipp: Für große Pflanzen eine Erhöhung unter den Topf stellen, damit das Überlaufloch sichtbar bleibt.
- Geeignet für: die meisten Zimmerpflanzen, nicht empfindliche Sukkulenten.
2) Do-it-yourself-Wickelsystem oder Flaschentröpfchen
Warum: Einfach, günstig und überraschend zuverlässig. Sie brauchen nur eine Plastikflasche oder einen Eimer und eine Baumwollschnur.
- Flasche-Methode: Eine 0,5–1-Liter-Flasche mit kleinen Löchern im Deckel füllen, umgedreht in die Erde stecken.
- Wickelmethode: Eine Baumwollschnur in einen Wassereimer legen, das andere Ende in den Blumentopf — Wasser wandert kapillar.
- Wichtig: Testen Sie die Flussrate 24 Stunden vorher; zu viel ist schädlich.
3) Ollas und Terrakotta-Töpfe
Warum: Ollas — poröse Tongefäße — geben Wasser sehr gleichmäßig ab. Archäologische Funde zeigen, dass dieses Prinzip seit Jahrtausenden funktioniert.
- Ein Olla einbuddeln, mit Wasser füllen und abdecken. Eine Olla (klein) versorgt mehrere kleine Töpfe.
- Vorteil: extrem sparsam im Wasserverbrauch und perfekt für Balkonkästen und Kübel.
- Erhältlich beim lokalen Gärtner oder online; Dehner führt passende Modelle.
Ergänzende Tricks, die wirklich helfen
- Gruppieren Sie Pflanzen zusammen — so entsteht ein Mikroklima mit höherer Luftfeuchte.
- Mulchen Sie die Topfoberfläche mit Rindenmulch oder Moos, um Verdunstung zu reduzieren.
- Vermeiden Sie direktes Sonnenlicht und legen Sie Pflanzen etwas kühler: 12–18 °C ist ideal.
- Verzichten Sie auf Düngen vor der Abreise — das fördert Wachstum und erhöht den Wasserbedarf.
- Hydrogel-Kristalle: Ein bisschen unters Substrat gemischt kann die Wasserspeicherung verbessern; nicht übertreiben.

Was Sie vermeiden sollten
Gießen Sie nicht kurz vor der Abreise so viel, dass Wasser im Untersetzer steht. Viele denken, „mehr ist besser“ — das führt zu Wurzelfäule. Ebenso ungeeignet sind automatische Sprinkler, die oft zu ungleichmäßig arbeiten.
Schnelle Checkliste 24 Stunden vor Abreise
- Alle Pflanzen auf Schädlingsbefall prüfen.
- Vergilbte Blätter entfernen.
- Reservoirs/Flaschen füllen und System testen.
- Pflanzen am Abend kurz wässern (nicht durchnässen) und an einen hellen, kühlen Ort stellen.
Ich benutze selbst eine Kombination aus Lechuza-Pötte für meine größeren Grünlinge und DIY-Wicklern für Fensterbänke im Kiez — das hat bisher zuverlässig funktioniert. Kleiner, ehrlicher Tipp: probieren Sie Ihr System mindestens einmal vor der Reise aus. Das spart Lehrgeld.
Haben Sie eigene Tricks oder eine Horrorstory von einer Pflanzenkatastrophe? Teilen Sie Ihre Erfahrungen — oder speichern Sie diesen Beitrag, bevor Sie die Koffer packen.









