Sie kennen das: Das Fenster wird geputzt, es glänzt — und zwei Minuten später sieht man wieder Streifen. Viele greifen zu Spezialreinigern, Sprays und Mikrofasertüchern, doch die beste Methode kommt aus Omas Küchenschublade. Ein einfacher Mix und eine alte Druckerzeugnis-Technik liefern oft ein streifenfreies Ergebnis, das teure Mittel verblassen lässt.
Warum teure Reiniger oft enttäuschen
Spezialreiniger enthalten Tenside, Parfüm und oft Rückstände, die auf Glas einen Film hinterlassen. In der Sonne oder bei kühlem Wetter trocknen diese Rückstände unterschiedlich schnell — das verursacht Streifen. Außerdem sind manche Sprays auf Kunststoffstützen oder Rahmen aggressiv; am Ende haben Sie saubere Rahmen und streifige Scheiben.

Was Sie wirklich brauchen
- Warmwasser (kein kochendes)
- Weißer Essig oder Spiritus (Alkohol)
- Eine gute Gummirakel (Squeegee)
- Alte Zeitungspapierblätter oder ein fusselfreies Baumwolltuch
- Ein Eimer und ein weicher Schwamm
- Mikrofasertuch für die Rahmen
Der alte, aber zuverlässige Trick — Schritt für Schritt
Dieser Ablauf ist simpel, sparsam und funktioniert bei schmutzigem wie bei leicht verstaubtem Glas.
- Vorbereitung: Entfernen Sie groben Staub und Spinnweben mit einem trockenen Tuch oder Handfeger. Staub vermischt sich sonst mit der Reinigungslösung und macht Schlieren wahrscheinlicher.
- Lösung anmischen: 1 Teil weißen Essig zu 9 Teilen warmem Wasser. Für starke Fett- oder Vogelkot-Flecken können Sie 1:1 nehmen. Alternativ: 1 Teil Spiritus zu 10 Teilen Wasser — schnell trocknend.
- Auftragen: Mit Schwamm oder weichem Tuch die Lösung großzügig auftragen, Schmutz lösen, nicht rubbeln.
- Abziehen: Mit der Rakel von oben nach unten in gleichmäßigen Bahnen abziehen. Achten Sie auf einen Winkel von etwa 30 Grad und wischen Sie die Rakelkante nach jedem Zug mit einem weichen Tuch ab.
- Polieren: Restfeuchte am Rand und kleine Tropfen mit zerknülltem Zeitungspapier abreiben — das Zeitungspapier saugt und poliert, ohne Fasern zu hinterlassen. Keine Hochglanzmagazine verwenden, die verschmieren.
Warum Zeitung funktioniert (kurz und konkret)
Zeitungspapier ist relativ rau, aber sehr fusselfrei. Es nimmt überschüssige Feuchtigkeit auf, ohne feine Fasern zu hinterlassen, die später als Streifen sichtbar werden. Der leichte „Schleifeffekt“ der Druckerschwärze poliert das Glas zusätzlich. Kein Wundermittel, sondern ein physikalisch simples Prinzip — und es hat sich über Generationen bewährt.

Profi-Tipps aus der Praxis
- Reinigen Sie nicht in direkter Sonne — die Lösung trocknet zu schnell und hinterlässt Schlieren.
- Bei hartnäckigen Kalkflecken: vorher kurz mit Essig einweichen lassen, dann abbürsten.
- Für hohe Fenster: Teleskopstange plus Rakel sparen Zeit und liefern gleichmäßige Ergebnisse.
- Wasser austauschen, sobald es sichtbar schmutzig ist — saubereres Wasser = sauberere Scheiben.
- Fenstergummis und Rahmen separat mit Mikrofasertuch und wenig Spülmittel säubern, damit kein Schmutz aufs Glas wandert.
Fehler, die Sie vermeiden sollten
- Magazine benutzen — glänzendes Papier verschmiert eher.
- Zu viel Reinigungsmittel in die Lösung kippen — Rückstände entstehen.
- Mit schmutzigen Tüchern nachpolieren — das verdirbt das Ergebnis.
Fazit
Der Mix aus Essig (oder Spiritus), warmer Seifenlauge, Rakel und altem Zeitungspapier ist kein Retro-Kult — es ist effiziente, günstige und häufig bessere Handwerkskunst als viele moderne Sprays. Probieren Sie es an einem Fenster; das Ergebnis spricht meist für sich. Wenn Sie mögen, schreiben Sie in die Kommentare, welche Kombi bei Ihnen am besten funktioniert oder welches lokale Produkt Sie gern verwenden — ich bin gespannt auf Ihre Tipps aus Berlin, München oder wo immer Sie sind.









