Kompostieren klingt simpel: Küchenreste rein, Erde raus — fertig. Doch in der Praxis landen in vielen Gartenhäuschen plötzlich Dinge, die den Haufen ruinieren oder Ratten anlocken. Als jemand, der seit Jahren in Kleingartenvereinen mitgraben und in Berliner Hinterhöfen Kompostboxen betreuen muss, sehe ich immer wieder dieselben Fehler.
Hier finden Sie klare Regeln, warum bestimmte Abfälle nichts im Kompost zu suchen haben und wie Sie es stattdessen besser machen. Praktisch, ohne Moralpredigt — dafür mit echten Tipps, die funktionieren.
1. Fleisch, Fisch und Milchprodukte
Warum nicht: Tierische Abfälle ziehen Schädlinge an (Ratten, Füchse), stinken und brauchen lange, um hygienisch abzubauen. Hauskompost erreicht selten Temperaturen, die Keime sicher abtöten.
Was tun: Diese Abfälle lieber in die kommunale Biotonne geben (in vielen Städten verfügbar) oder Bokashi-Fermentation nutzen, bevor der Rest in den Kompost kommt.
2. Krankes oder befallenes Pflanzenmaterial
Warum nicht: Pilzsporen, Virus- oder Bakterieninfektionen überleben niedrige Temperaturen und können auf den Kompost und zurück in Ihr Gemüsebeet gelangen.
Was tun: Abgekratzte Krautfäule-Kartoffeln, befallene Tomatenblätter oder Rost besser über die Grünabfallsammlung oder in die Restmüllentsorgung (kommunale Regeln prüfen). Bei großem Haufen: Temperatur prüfen — nur über 55 °C werden viele Krankheitserreger zuverlässig abgetötet.

3. Unkraut mit Samen oder kräftigen Ausläufern
Warum nicht: Winden, Quecke, Giersch oder Samen von Löwenzahn überleben oft die Kompostierung und verbreiten sich anschließend im Garten.
Was tun: Entfernen Sie Samenstände und Wurzelausläufer vor dem Kompostieren; alternativ an einem heißen, großen Komposthaufen oder in der Biotonne entsorgen.
4. Große Äste und unerlässliches Holz
Warum nicht: Ganze Zweige verrotten sehr langsam und behindern die Durchlüftung. Auch behandeltes Holz oder Holz mit Lack dürfen nicht rein — Chemikalien wären fatal für Bodenleben.
Was tun: Zerkleinern Sie Äste mit einer Häcksler-Miete (bei vielen Baumärkten zu mieten) oder legen Sie grobe Schnittreste separat zum Verrotten und nutzen Sie stattdessen hackschnitzel als Strukturgeber.
5. Asche, Kohlestücke und behandeltes Material
Warum nicht: Holzasche verändert den pH-Wert stark; Grillkohle enthält oft Rückstände von Flüssiganzündern. Druckbehandeltes Holz setzt Schadstoffe frei.
Was tun: Kleine Mengen kalte unbehandelte Holzasche können im Beet nützlich sein, aber nicht direkt auf dem Kompost. Behandelte Hölzer und Kohle gehören in den Restmüll.

6. Haustierkot (Hund, Katze)
Warum nicht: Tierkot enthält oft Parasiten und Krankheitserreger, die nicht zuverlässig abgetötet werden — besonders kritisch, wenn Kompost als Gemüsedünger verwendet wird.
Was tun: Kompostieren Sie Haustierkot nur in speziell dafür vorgesehenen Anlagen und nutzen Sie sonst die Restmüllentsorgung.
7. Plastik, beschichtetes Papier, Teebeutel mit Kunststoff
Warum nicht: Viele Teebeutel enthalten Nylon oder PLA; beschichtete Pappen und Plastikteile verunreinigen den Kompost dauerhaft.
Was tun: Entfernen Sie Kunststoffteile oder wechseln Sie zu loser Teemischung und unbeschichtetem Papier. Kontrolle zahlt sich aus.
Praktische Regeln, die wirklich helfen
- Balance halten: Etwa 2–3 Teile „braun“ (Laub, Stroh) zu 1 Teil „grün“ (Küchenabfälle, Grasschnitt).
- Feuchtigkeit prüfen: Wie ein ausgewrungener Schwamm — nicht tropfend, nicht staubtrocken.
- Größe und Temperatur: Für hygienische Temperaturen braucht ein Haufen mindestens ~1 m³ oder regelmäßiges Umschichten und Kontrolle mit einem Kompostthermometer.
- Zerkleinern: Je kleiner die Stücke, desto schneller der Abbau — Häcksler lohnt sich.
Kompostieren ist keine Zauberei, aber es braucht Sachverstand und ein bisschen Geduld — gerade in deutschen Städten mit Biotonne und strengen Regeln. Wenn Sie diese sieben Fehler vermeiden, sparen Sie Zeit, machen guten Humus und verhindern unnötige Probleme.
Welche Fehler haben Sie schon gemacht? Teilen Sie Ihre Anekdote oder Ihren besten Tipp unten — ich bin neugierig auf Ihre Erfahrungen aus Berlin, München oder dem Kleingarten nebenan.









