Du denkst, das Badezimmer ist harmlos? Viele Unfälle passieren genau dort – und oft sind es Gegenstände, die wir täglich benutzen. Sanitäter berichten regelmäßig von Stromunfällen, Verätzungen und Vergiftungen, die man vermeiden könnte.
Ich habe mit Rettungskräften in Berlin und München gesprochen und einige Fälle selbst nachrecherchiert. Lies das jetzt: Ein einfacher Fehler reicht, und der nächste Notruf geht an dich.
Warum das hier nicht warten darf
Feuchtigkeit, enge Räume und Kinder machen das Bad zu einer Unfallfalle. Gerade im Winter, wenn wir heiß duschen und das Fenster zu ist, steigt das Risiko für gefährliche Dämpfe und Kurzschlüsse.
Übrigens: Viele Wohnungen in Deutschland haben ältere Elektroinstallationen ohne modernen FI-Schutz – das erhöht das Risiko weiter.
Die drei Gefahrenquellen – und wie du sie sofort loswirst
1) Elektrische Geräte (Föhn, Rasierer, Ladegeräte)
Mir ist aufgefallen, wie oft ein nasser Föhn oder ein eingestecktes Ladegerät Auslöser eines Stromunfalls sind. Ein Gerät, das ins Wasser fällt, ist nicht nur kaputt – es kann tödlich sein.
- Gefahr: Stromschlag durch Kontakt mit Wasser.
- Typische Fälle: Geräte auf dem Waschbeckenrand, Netzteile in der Nähe von Badewanne oder Dusche.
- Besonders riskant: defekte Kabel, Mehrfachsteckdosen und Verlängerungen im Bad.
Konkrete Sofortmaßnahmen:

- Zieh das Gerät aus der Steckdose, wenn es trocken möglich ist.
- Bewahre Föhn & Co. in einem verschließbaren Schrank oder außerhalb des Badezimmers auf.
- Installiere in älteren Wohnungen einen FI-/RCD-Schutzschalter (frag einen Elektriker; in Deutschland heißt das oft „FI-Schalter“).
2) Medikamente und Pflaster – nicht im Feuchtraum lagern
In Gesprächen mit Apotheken und Rettungskräften höre ich immer wieder: Feuchtigkeit verändert Medikamente. Schimmel, Wirkstoffabbau und Verwechslungen bei Kindern sind reale Risiken.
- Gefahr: verringerte Wirksamkeit, Verklumpung, versehentliche Einnahme durch Kinder.
- Typische Fehler: Tabletten im Duschregal, offene Salben neben Shampoo.
So machst du es sicherer:
- Lagere Medikamente kühl und trocken außerhalb des Badezimmers (z. B. in der Küche oder im Schlafzimmer).
- Nutze kleine Aufbewahrungsboxen von dm, Rossmann oder IKEA mit Kindersicherung.
- Alte Medikamente gibst du in die Apotheken-Rücknahme, nicht in die Toilette.
3) Reinigungssprays, Bleichmittel, Rohrreiniger
Das Bad ist das Laborhaus vieler Haushalte – und das kann gefährlich sein. Zwei Mittel gemischt können giftige Gase freisetzen; in engen, schlecht belüfteten Badezimmern ist das lebensgefährlich.
- Gefahr: giftige Dämpfe (z. B. Chlor), Augen- und Atemwegsverletzungen.
- Typische Kombinationen: Chlorbleiche + saurer Reiniger (z. B. Essig oder WC-Reiniger) → Chlorbildung.
Was du sofort ändern kannst:
- Bewahre aggressive Reiniger außerhalb des Badezimmers auf – z. B. im Abstellraum oder im Kellerschrank.
- Beschrifte Flaschen deutlich und entsorge alte Restmengen umweltgerecht bei Schadstoffsammelstellen deiner Stadt.
- Beim Reinigen: Fenster öffnen, Lüftung an, niemals verschiedene Mittel mischen.
Notfall-Check: So reagierst du richtig
Viele denken: „Ich rufe sofort 112.“ Richtig – aber es gibt Dinge, die du vorher sicher machen kannst, ohne dich zu gefährden.
- Bei Stromunfall: Schalte den Sicherungskasten (nicht den Stecker) oder die Hauptsicherung, rufe 112, greife nicht ins Wasser.
- Bei Vergiftung durch Dämpfe: Fenster auf, alle Personen raus an die frische Luft, 112 anrufen.
- Bei Verätzung: Kleidung entfernen, mindestens 20 Minuten mit Wasser spülen, 112 informieren.

Praktischer Life-Hack: So machst du dein Bad in 10 Minuten sicher
Ich habe diese schnelle Routine selbst ausprobiert – sie dauert kaum länger als eine kurze Dusche, aber reduziert Risiken massiv.
- Alles, was elektrisch ist (Föhn, Rasierer, Ladegeräte): in eine Plastikbox packen und ins Schlafzimmer stellen.
- Medikamente: Sammeln, abgelaufene aussortieren, in verschließbare Box legen.
- Reiniger: Prüfen, ob Flaschen beschriftet sind; aggressive Mittel in einen stabilen Karton für die Entsorgung legen.
- Sicherungskasten anschauen: Steht „RCD“ oder „FI“ drauf? Wenn nicht, Termin mit Elektriker vereinbaren.
- Fenster und Lüftung testen – bei Schimmelgeruch direkt lüften und ggf. Schimmelspuren dokumentieren.
Kleiner Trick: Eine klare Kiste von IKEA oder dm mit Etikett „Badezimmer – nur trockenes Zubehör“ schafft sofort Ordnung und reduziert Fehlgriff-Risiken.
Was Vermieter und Hauseigentümer beachten sollten
In Deutschland sind Vermieter oft für die Elektroinstallation verantwortlich. Wenn du in einer älteren Wohnung ohne FI-Schalter wohnst, sprich mit deinem Vermieter oder der Hausverwaltung.
Bei Renovierung lohnt sich ein Gespräch mit dem Elektriker: moderne Schutzschalter, abschließbare Medizinschränke und ein stabiles Ablagesystem kosten Zeit, erhöhen aber langfristig die Sicherheit.
Aber es gibt einen Haken: Nicht jede Sicherheit kostet viel Geld – oft hilft schon Organisation und bewusstes Lagern.
Zum Schluss: Entferne heute Abend einen dieser drei Risikofaktoren aus deinem Bad. Ich habe es getan und das Gefühl, eine unsichtbare Gefahrenquelle eliminiert zu haben, war überraschend beruhigend.
Was hast du noch im Bad, das hier fehlt? Schreib es in die Kommentare – welche Dinge willst du aus dem Badezimmer verbannen?









